Liebe Welti Kundschaft
Seit den letzten Marktnews ist unwahrscheinlich viel passiert, unendlich viele Lehren wurden gezogen und wir sind gehörig auf die Nase gefallen, anders kann ich es nicht betiteln. Nun wird es Zeit, reflektierend Stellung zu beziehen.
Um ehrlich zu sein hat sich bei unserer Go Live Erfahrung der Supergau angebahnt, den wir seither mit Maus und Mann bekämpft haben.
Durch einen fehlerhaften Datenimport war es möglich über den Webshop, ALLE Artikel zu bestellen, die im Artikelstamm verfügbar sind, unabhängig ob bei der Datenpflege diese aktiv oder inaktiv gesetzt wurden. Natürlich ging auch Weiteres gehörig in die Hose, so dass sich das ganze Team energisch gegen weitere Unannehmlichkeiten stemmte, zum Teil auch erstmal erfolglos, was die Stimmung wahnsinnig trübte.
Datum
13.05.2026
Verfasser
Alexander Görges
Betriebsleiter
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Datum
13.05.2026
Verfasser
Alexander Görges
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Go Live Ernst Welti AG per 1.Mai 2026
- Tag 1
Der digitale Rüstprozess lebt davon, dass Waren zur rechten Zeit am rechten Ort bereitstehen.
Dies war zwar gegeben, doch handelt es sich bei Peperoni und Blumenkohl aus unterschiedlichen Ländern um statistisch eigenständige Produkte, welche ungewollt durch einen fehlerhaften Datenimport in den Verkauf gelangten. Eine Massenmutation der Artikel funktionierte nicht wie geplant, also habe ich die Streitaxt angesetzt und den digitalen Bestand komplett verändert, um manövrierfähig zu bleiben.
Diese Situation zog sich durch die gesamte erste Nacht. Meine Kollegen haben den Engrosmarkt leider erst gegen 7:30 Uhr am Samstag verlassen können.
Schadensbegrenzung
- Tag 2
Nach dieser Grenzerfahrung wurde der Lagerbestand in unseren Kühlräumen am Samstag den 2. Mai ab 10:00 Uhr digital neu verbucht, was sich als weiterer Fehler herausstellen sollte, da der digitale Rüstprozess erst mit dem Abschliessen der Lieferung beendet wird. (dann wird erst die Ware verbucht)
Für den Montag stellten wir den Rüstprozess nochmals auf Papier um, damit die Verfügbarkeiten unabhängig der Herkunft gewährleistet waren! Nun gab es Probleme in der Beschaffung und in der Bereitstellung, denn vieles wurde ja bereits am Samstag falsch eingebucht und war gemäss System verfügbar…
Die Nerven meiner Mitarbeiter wurden merklich dünner…
Wir lösen das Problem
- Tag 3 mit Opacc
Der aktuelle Zustand war unhaltbar, es mussten Lösungen her. Eher vorsichtig wagten wir uns wieder an den digitalen Kommissionier-Prozess, um die total überforderte Administration zu entlasten, die müden Gesichter sprachen Bände, hatten sich doch alle bis zur Erschöpfung aufgeopfert.
Blieb noch das Problem mit dem Total verkorksten Warenbestand, hier entschieden wir uns auf die alte Methode zu besinnen, damit wir wieder etwas Aufwind bekamen.
Ein paar Lichtblicke und weiterhin Rückschläge
- Tag 4-5
Auch am Mittwoch und Donnerstag gings zeitig los zur Arbeit. Ich hatte entschieden, dass wieder alle digital rüsten, der Ablauf in der Nacht davor hatte sich glücklicherweise bewährt, da so Ressourcen für die Administration generiert werden konnten, um die Fehlerquote zu minimieren.
Die Dispo ist nun das Problemkind Nummer 1, denn hier ist die nächste Schnittstelle für einen gesitteten Ablauf. Auf gut Deutsch werden hier Daten doppelt gezogen und andere relevante Informationen weggelassen. Ich wusste, es mussten alle wieder zusammenrücken.
Weiterhin fällt auf, dass Daten (Bestellungen) einfach verschwinden, ein Spiessrutenlauf!
Dranbleiben
- Tag 7-8
Die Fehlersuche geht weiter, einige Innovationen wurden über den Haufen geworfen, zu Deutsch und zu pingelig geplant, Pragmatismus ist gefragt. Immerhin konnten die gewohnten Abfahrtszeiten seit Samstag wieder realisiert werden, was einer enormen Mannschaftleistung bedurfte und der erste Lichtblick der letzten sieben Tage war.
Nun heisst es vorwärtsschauen und das verlorene Vertrauen zu Euch, unseren Kunden wieder aufzubauen. Der ERP-Wechsel war jedoch nötig, da unser altes System seit Corona nicht mehr supportet wird und ein voran geplanter ERP-Wechsel aufgrund von zu vielen Schwachstellen scheiterte.
Auf diesem Wege möchte ich bei allen verärgerten Kunden im Namen der Ernst Welti AG aufrecht um Verzeihung und um eine zweite Chance bitten, auch wir haben uns andere Umstände gewünscht.
Der Ernst Welti Mannschaft sage ich auf diesem Wege danke, fühlt Euch umarmt.
Alexander Görges
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Marktnews KW20 / 13.05.2026
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